Am 15. jedes Monats ein neuer Artikel.
15.04.2026
Vollmond… nur du und ich…
Ganz gleich, aus welchem Winkel dieser vergänglichen Welt man ihn betrachtet – er bleibt derselbe. Die Landschaft verändert sich, und mit ihr auch die Umarmungen. Damals war er erfüllt von dir. Jetzt ist er leer…
Ich breite die Arme aus, als könnte ich ihn in meine Brust schließen. Ich schließe die Augen und halte ihn fest. Sein Licht durchströmt mich, weich und elastisch, bis es die leeren Räume meines Inneren füllt.
Du bist gegangen. Doch nur der Mond kann dich noch finden – nur er kann dich aufspüren, wo auch immer du dich versteckst.
„Such sie“, flüstere ich in die Nacht. „Sag mir, ob sie in der Nähe ist… wohin sie geht… ob sie dich in den Armen eines anderen sieht…“
Tränen verschleiern meinen Blick, als ich in den Sand sinke, die Arme dem Himmel entgegen. Ich beginne zu zittern. Ist es die feuchte Meeresluft, oder ist die Welt plötzlich kalt geworden? Oder ist es etwas ganz anderes…
Ich richte mich leicht auf, zusammengerollt in mir selbst. Das Zittern wird so stark, dass mir die Zähne klappern. Mein Mund ist trocken, die Hände feucht. Das Salz des Meeres brennt in meinen Sinnen, bis sich alles um mich zu drehen beginnt. Meine Zähne schlagen gegeneinander wie ein zerbrochener Rhythmus.
Nur der Mond hört mich – dort oben, fern und unbeweglich.
Erinnerst du dich, Maria?
Wie viele Sommer wir gemeinsam auf den Vollmond gewartet haben. Langsam stieg er aus dem Meer empor, und ein silberner Pfad legte sich über das Wasser bis ans Ufer. Wir schlossen die Augen und träumten davon, ihn zu betreten – ihn zu gehen, bis hinein ins Licht, um ihn zu umarmen.
Und jetzt… wo bist du, meine kleine Maria? „Hier“, sagst du. Und Gelächter folgt – leicht, unwirklich, wie ein Echo aus einer anderen Welt…
Du hast mich mit dem Meer und dem Mond allein gelassen. Damals hörte und roch ich nichts. Alle meine Sinne gehörten nur dir. Jetzt sind sie nach außen gerichtet – auf das Meer, den Strand, den Vollmond.
Die Brise durchdringt mich, als wäre ich aus leerem Raum gemacht, und wandert durch jede Zelle meines Körpers. Sie klappert über die Kiesel, während sie das Ufer sanft berührt.
„He…“, rufe ich wieder zum Mond. „Sieht sie sich in den Armen eines anderen? Sag es mir… schone mich nicht. Nur du kannst es wissen… hab kein Mitleid mit mir…“
Und ich breche in Tränen aus.
Ich schämte mich, so gesehen zu werden – von Freunden oder Fremden. Doch hier gestehe ich es nur dem Mond. Es bleibt unser Geheimnis, flüstere ich schluchzend.
Ich stehe auf. Die Arme erneut weit geöffnet. Die Tränen fließen wie ein entfesselter Fluss. Und dann beginne ich plötzlich einen Zeibekiko zu tanzen, den Rhythmus nur in meinem Kopf hörend. Der nasse Sand unter meinen Füßen macht jeden Schritt unsicher, zersplittert – als wäre ich eine zerfallende Puppe.
Ein plötzlicher Impuls treibt mich ins Meer. Ich gehe über den silbernen Pfad. Doch irgendwo zwischen Traum und Ertrinken halte ich inne. Das Wasser reicht mir bis zum Kinn. Ich drehe mich zurück zum Ufer.
Wie weit bin ich gegangen?
Der Mondschein rettet mich – sonst wäre ich verloren. Meine Zähne schlagen nun härter aufeinander, als wollten sie eine Sprache sprechen, die niemand versteht. Ich rufe dem Mond etwas zu, das er nicht entziffern kann. Ich selbst auch nicht. Nur Bruchstücke.
Ich kehre um und kämpfe mich zurück ans Ufer.
Meine Kleidung klebt an mir wie eine zweite Haut. Die Zähne hören nicht auf zu klappern. Das Salz hat sich in mir festgesetzt und brennt in meinen Augen. Der Sand ist zu Schlamm geworden und erschwert jeden Schritt.
Ich versuche, mich mit Gedanken zu wärmen. Werde ich wahnsinnig? Ich blicke erneut zum Mond. Er wirkt näher, fast traurig.
„Warum tust du mir leid?“ schreie ich aus mir heraus. „Warum?“
Dann sinke ich auf die Knie und lege die Stirn in den Sand. Ich bete – alles, was ich je an Gebeten kannte, bricht aus mir hervor.
Wie absurd sind manche Bitten im Gebet… Ich habe nichts Greifbares mehr, nur ein einziges Lebewohl. Ein trockenes, verlassendes Lebewohl. Und sie ist gegangen – ohne mir Fragen zu lassen, ohne Antworten zu geben. Warum? Wie? Wohin? Mit wem?
„Mit wem?“
„Hörst du dich selbst?“ flüstert eine Stimme – wie ein Windstoß.
Der Mond…
Der Mond spricht.
Ich gehe ans Ufer, aber ich trete nicht ins Wasser. Ich bleibe stehen, zwischen Meer und Himmel, und starre hinauf.
„Ich höre dich“, murmelt das Meer.
„Finde sie“, flehe ich. „Finde sie für mich. Sag ihr, dass ich ohne sie nicht leben kann. Stell dich ihr in den Weg und führe sie zurück zu mir. Und wenn sie sich weigert… dann lass die Sonne niemals aufgehen. Lass mich in deinem Licht vergehen…“
Eine Hand liegt auf meiner Schulter.
Ich öffne die Augen.
Maria hat mich zugedeckt, ich bin auf dem Balkon eingeschlafen. In der Ferne hängt der Vollmond.
Und aus dem Radio singt Antonis Remos – mein Mond.
15.03.2026
Auszug aus meinem Buch „Wie griechisch bist du?“ – Fylatos Verlag
Benommen erwacht er, in seine Decke verheddert. Seit Tagen versucht er, im Abgrund seiner Träume zu versinken. Die kalte, regnerische Witterung lässt alles erstarren – die Natur, die Gedanken, das Gewissen, jede materielle und geistige Existenz.
Er steht auf und denkt an Griechenland. Seine Einsamkeit hält ihn gefangen unter demselben Dach, zwischen denselben Wänden – ein Leben, das sich dort abspielt und vergeht, ohne auch nur die leiseste Spur von Wärme oder Liebe.
Schnell zieht er sich an und tritt hinaus auf die Straße. Rasch bewegt er sich zwischen den Menschen, eingehüllt wie sie, bemüht, sich vor der beißenden Kälte und dem unaufhörlichen
15.02.2026
Die Magie der Schöpfung, die nicht kopiert werden kann
Die Liste wird leider immer länger. Ich werde meine Meinung als Schriftsteller darlegen – den Bereich, den ich hier seit geraumer Zeit vertrete. Sicherlich wird künstliche Intelligenz die Zeit minimieren, die ein Autor benötigt, um ein Buch fertigzustellen. Doch genau das ist nicht der Kern der Sache.
Beim Schreiben erschafft jede Autorin und jeder Autor ganze Welten. Und fiktive Charaktere, denen sie reale Existenz verleihen. Sie leben mit ihnen. Sie essen mit ihnen. Sie trinken Kaffee mit ihnen.
Jede Figur kann man mit einer riesigen Pyramide vergleichen, von der der Leser nur die Spitze kennt. Damit diese Spitze jedoch bestehen kann, braucht es auch das Fundament. Und das betrifft ausschließlich den Autor.
Der gesamte Prozess des Schreibens eines Buches besitzt eine besondere Magie. Der Leser wiederum möchte die Meinung des Autors zu einem Thema lesen. Seine eigene Perspektive sehen. Seine Gefühle spüren.
Abschließend lässt sich sagen: Für jede Autorin und jeden Autor hat dieser gesamte Prozess etwas Einzigartiges und Besonderes. Man wird nicht zufällig oder versehentlich Schriftsteller*in. Es ist eine bewusste Entscheidung – für den gesamten Schreibprozess. Der Autor legt dabei seine Seele offen.
Und all das nimmt die künstliche Intelligenz – sowohl dem Schriftsteller als auch dem Leser.
15.01.2026
Einsamkeit als gewählter Raum: Der notwendige Raum der Kreativität
Zu schreiben und Schriftsteller zu werden bedeutet, sich für die Zurückgezogenheit zu entscheiden. Vorsicht — nicht Einsamkeit, sondern Zurückgezogenheit. Zwei Begriffe, die oft verwechselt werden, aber in ihrem Wesen grundverschieden sind. Einsamkeit ist hart, schwer, manchmal unüberwindbar; vor allem aber ist sie ein negatives Gefühl, das isoliert. Zurückgezogenheit hingegen ist eine bewusste Wahl. Sie ist ein stiller Raum, den man sich schafft, um die eigene Stimme ohne Störungen zu hören.
Die Einsamkeit dauert oft länger, als die Seele ertragen kann. Die Zurückgezogenheit jedoch bleibt nur so lange, wie es die Kreativität verlangt. Sie kommt, begleitet den schöpferischen Prozess und tritt dann leise zurück — zurücklassend Worte, Bilder, ganze Welten. Sie ist kein Rückzug vom Leben, sondern eine Rückkehr zu ihm, reicher und tiefer als zuvor.
Bist du bereit, diese Entscheidung zu treffen? Die Stille ohne Angst anzunehmen und sie in Schöpfung zu verwandeln? Dann bist du bereit, Schriftsteller zu werden — und ganz allgemein: Künstler.
15.12.2025
Wenn eine Geschichte an Weihnachten entsteht
In zehn Tagen ist Weihnachten! Ein Fest, das – wie jedes andere – keine besonderen Worte braucht, um seine Schönheit zu zeigen. Man braucht keine Adjektive, die Farben, Geschmäcker, Düfte oder Melodien hervorheben. Es genügt, einfach zu sagen, dass Weihnachten ist, und alles entsteht von selbst im Kopf. Es ist schließlich ein Familienfest und eine Gelegenheit zur Erholung – körperlich und geistig. Trotz dieser entspannten Atmosphäre kann ein Treffen mit Freunden oder sogar ein Spaziergang über einen Weihnachtsmarkt eine Geschichte entstehen lassen. Und wenn es dazu noch schneit, reicht manchmal schon das allein. Kreativität und Inspiration kennen keine festen Zeiten und keine Feiertage oder Pausen. Was du tun musst, ist immer bereit zu sein. Man weiß nie, wo, wie oder wann eine Geschichte beginnt.
15.11.2025
Was mich zum Schreiben inspiriert
Inspiration kann überall verborgen sein – in einem Bild, in einem Gespräch, in einem zufälligen Moment des Alltags.
Manchmal kann ein einfacher Spaziergang durch die Nachbarschaft eine Geschichte entstehen lassen. Andere Male ist es ein Buch, ein Film oder eine musikalische Melodie, die den Weg zu neuen Gedanken öffnet.
Für mich ist das Schreiben eine Möglichkeit, diese kleinen Lebensfragmente festzuhalten, die sonst im Laufe der Zeit verloren gehen würden. Es ist der Versuch, Gefühlen Ausdruck zu verleihen, die sich auf andere Weise nur schwer ausdrücken lassen.
Vielleicht ist die größte Inspirationsquelle der Mensch selbst – seine Geschichten, seine Freuden und seine Herausforderungen. Durch sie finde ich immer etwas Neues zu sagen, etwas Neues zu schreiben.
15.10.2025
Nun ist also die Zeit gekommen, in der die Technologie einen kraftvollen Eintritt in die Literatur vollzieht.
Wir alle, die wir uns – der eine mehr, der andere weniger – mit künstlerischem Schaffen beschäftigen, möchten diese Schönheit der Kreativität gern fern vom KI-Einfluss bewahren.
Aber ist das überhaupt möglich? frage ich mich …
Das Problem wird jedoch noch ernster, da immer mehr Menschen ein Laptop oder Smartphone benutzen – mit der Folge, dass wir Gefahr laufen, das Schreiben zu verlernen, falls es nicht schon geschehen ist.
Und dieses Problem betrifft vor allem die kommenden Generationen, die vielleicht gar nicht mehr schreiben müssen.
Sollten wir also nicht manches im Umgang mit der Technologie überdenken – solange es noch nicht zu spät ist?
Der Vormarsch der Technologie ist unvermeidlich. Wir können ihn nicht vermeiden – nur hinauszögern.
15.09.2025
Der Anfang einer Reise ins Schreiben
Seit ich mich erinnern kann, begleiten mich Geschichten. Kleine Erzählungen, Eindrücke aus dem Alltag und Gedanken, die darauf bestanden, Worte auf dem Papier zu werden.
Schreiben ist nicht nur ein Prozess; es ist eine Reise. Eine Reise, die dich lehrt, die Welt mit anderen Augen zu betrachten, neue Facetten deiner selbst zu entdecken und Gefühle mit anderen zu teilen.
Mit diesem Blog möchte ich ein kleines Fenster in meinen Weg öffnen. Momente, Gedanken und auch kleine Ausschnitte aus Werken zu teilen, die noch in Vorbereitung sind oder in Schubladen verborgen liegen.
Ich freue mich darauf, diese Reise gemeinsam zu teilen.
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